Schritt 1: Der Sektor-Ausschluss
Zuerst fallen ganze Geschäftsfelder heraus, unabhängig von jeder Kennzahl: konventionelle Zinsgeschäfte und Versicherungen, Alkohol, Tabak, Schweinefleisch, Glücksspiel, Rüstung und Erwachsenenunterhaltung.
Wichtig ist die Betrachtung des ganzen Konzerns, nicht nur der Hauptmarke. Ein Mischkonzern kann über eine Tochter in einem ausgeschlossenen Feld tätig sein.
Schritt 2: Der Kennzahlen-Check
Jetzt wird die Bilanz geprüft. Drei Größen sind üblich, jeweils im Verhältnis zur Marktkapitalisierung: verzinsliche Schulden, zinstragende Anlagen und Erträge aus nicht erlaubten Quellen.
Gängige Schwellen liegen bei rund einem Drittel für die ersten beiden und bei etwa fünf Prozent für die Erträge. Die genauen Werte unterscheiden sich je nach Standard.
Genau hier fallen viele bekannte Namen durch, die im ersten Schritt problemlos durchkamen — stark fremdfinanzierte Industrie- oder Immobilienwerte etwa.
Die vier häufigsten Fehler
Nur die Branche prüfen. Der zweite Schritt entscheidet mindestens so oft.
Einmal prüfen und nie wieder. Bilanzen ändern sich. Ein Unternehmen, das heute besteht, kann nach einer großen Übernahme auf Kredit durchfallen.
Dem Namen vertrauen. „Islamic“ im Produktnamen sagt nichts über den zugrundeliegenden Standard.
Die Reinigung vergessen. Auch ein bestandenes Unternehmen erzeugt kleine unerlaubte Erträge.
Wie wir das machen
Wir prüfen unsere Watchlist laufend in beiden Schritten und zeigen das Ergebnis auf jeder Unternehmensseite offen an — samt Begründung.
Es bleibt eine Heuristik und ersetzt kein zertifiziertes Sharia-Gutachten. Sie nimmt dir die Vorarbeit ab, nicht die Entscheidung.